Mantra in MINIMAL YOGA und Meditation. Und was ist Mantra überhaupt?

Die Antwort auf die Frage was ist Mantra kommt beantworten wir zunächst. So ist es logischer: erstens definieren wir was wir unter dem Begriff Mantra verstehen. Dabei beziehe ich mich auf Sanskrit-Wörterbücher. Am Ende habe ich zwei Geständnisse. Es geht um etwas was viele nicht geglaubt haben, aber es ist wahr!

Was ist Mantra?

Ein Mantra (das) oder मन्त्र, ist ein Sanskrit Wort mit mehreren Bedeutungen. Einige davon sind:

1) Spruch, Gedicht, Lied als Erzeugniss des Geistes, Gebet, Hymne;

2) übliche Bezeichnung vedischer Lieder und Sprüche

sogar

3) magische Besprechung, Zauberspruch;

4) Verabredung, Beratung, Entschluss; Rat, oder auch geheimer Plan;

Heute nutzt man das Wort üblicherweise, um ein Lied oder eine Hymne zu bezeichnen. die als heilig oder mindestens spirtuell gilt. Das sich ständig wiederholende Rezitieren dieser Hymne – durchs z.B. Sprechen oder Singen, innerlich oder laut – soll der rezitierenden Person Erfahrungen außerhalb des weltlichen und sinnlich wahrnehmbaren ermöglichen. Daran wird geglaubt.

Das Wort Mantra ist zwar eng mit hinduistischen und buddhistischen Glaubenspraktiken verbunden, der Vorgang ist jedoch auch in östlichen Christentum vorhanden und oft durch einfache Wiederholgun des Gottesnamen praktiziert. 

Wie wichtig ist Mantra in MINIMAL YOGA und Meditation?

Was ist Mantra, haben wir nun beantwortet. Die zweite Frage lautet: welche Bedeutug hat Mantra in der MINIMAL YOGA Methode?

Die kürzeste Antwort lautet: keine! Zumindest nicht wenn man Mantra so wie oben definiert.

Als Gründer der Methode, beantworte ich diese Frage zunächst aus dem persönlichen Blickwinkel: ich halte wenig von Mantren und auf den Glauben  bezogene Rezitationen. Dies gilt auch bezüglich verschiedener Gebetsformen. Es liegt daran, dass ich ein ungläubiger Mensch, ja ein Atheist, bin. Dementsprechend biete ich keine Mantren in meinen Yogastunden an. Über psyho- und physiologische Wirkung eines solchen Vorgangs habe ich auch viel gelesen, aber das ist nicht das Thema hier. 

Es gibt durchaus Yogalehrer in unserem Team, die Mantren lieben und praktizieren, dennoch sie machen es während der MINIMAL YOGA Stunden nicht. Und das gilt generell für alle MINIMAL YOGA Stunden. Wir rezitieren kein Mantra. Auch kein OM!

Wieso kein Mantra in MINIMAL YOGA?

Jeder Mensch sollte seinen eigenen, oder eben keinen, Weg zur Spiritualität und Religion finden.  Das ist eine persönliche Angelegenheit und eine Frage der Kultur wo man aufgewachsen ist. Die Antwort auf diese Frage soll jeder und nur für sich beantworten. Das ist nicht die Aufgabe von Yogalehrerinnen und Yogalehrer in MINIMAL YOGA Team und wir machen es nicht. Für MINIMAL YOGA haben wir den Weg der Logik gewählt und das ist zu respektieren.

Die Frage habe ich für mich auch selber beantwortet. Trotz der Tatsache, dass meine Familie christlich ist und viel davon hält, habe ich die Entscheidung getroffen, dass ich mit dem Leben als Atheist am besten klar komme. Meine Freunde und Familie haben damit kein Problem und genauso gehe ich damit um, dass sie gläubige Christen sind. 

Ich habe zu oft gehört und gelesen wie sich viele Menschen dabei unwohl fühlen, wenn Yogalehrer oder Yogalehrerin mit einer Mantra vorkommt. Üblicherweise liefert sie oder er anschließend eine oberflächliche Geschichte und eine eigene Interpretation von Instant-Spiritualität. Das habe ich auch selber mehrere Male erlebt und es passt zur weltlichen Philosophie der MINIMAL YOGA nicht.

Erstes Geständnis: Ich habe meine lieblings Mantra!

Es mag sich komisch anhören aber ich habe meine lieblings Mantra! Ja, das hast Du gerade gelesen! Nach allem was ich oben geschrieben habe, sage ich gerade, dass ich meine lieblings Mantra habe. Das ist es:

Für Menschen, die Mantren als eigenen künstlerischem Ausdruck pflegen, habe ich großen Respekt, z.b. als Musiker, Komponisten, Zeichner, Maler usw. Darauf beruht meine Liebe für das obige Mantra. Die Monotonie und die Tonalität der Komposition wirken sehr beruhigend auf mich. Allerdings nur in dieser Version, andere Version langweilen mich zum Tode. Dieses Mantra wird Ganesha gweidmet und dazu gibt es eine kleine Geschichte über den Elephantmenschen, die mich auch beeindruckt.

Der  wörtliche Teil des Mantra lautet: Om Gam Ganapataye Namaha. Es ist auf Sanskrit und wird so geschrieben ॐ गम गणपतये नमः.

Die Bedeutung setzt sich aus drei Teilen zusammen:

  1. Om wird als der Urklang des Kosmos interpretiert
  2. Gam und Ganapataye wird in Bezug zu Ganesha verwendet. Er gilt als Beherrscher der guten Kräfte in der Welt, und 
  3. Namaha bedeutet etwas wie „so soll es sein“ oder „so sei es“. Ähnlich wie Amen im Christentum

Die Idee hinter dem Lied ist es alle gute Kräfte in der Welt hinter sich zu sammeln wenn man etwas Neues anfangen möchte. Das Mantra sollte helfen alle Hindernise auf dem neuen Weg erfolgreich zu beseitigen.

Zweites Geständnis: Der Gute Ganesha

Das nächste Geständnis: auf meinem Arbeitstisch sitzt Ganesha bzw. seine Figur! 

Ja, ich bin total begeistert von dem Typ und seinem Charakter. Auf gleicher Weise bin ich auch von Charakteren wie Scherlock Holmes oder Elle Woods beeindruckt. 

Was ist Mantra?
Ganesha auf meinem Tisch

Ganesha ist eine sehr beliebte Form des Göttlichen im Hinduismus und hat viele Namen. Die Meisten davon haben etwas mit gutem Gelingen, Wohltaten bzw. mit Beseitigung oder Setzung von Hindernissen zu tun. Er ist daher generell für Hürden zuständig. Des Weiteren ist Ganesha witzig, kann gut tanzen und bewegt sich ganz geschickt. Weisheit und Intelligenz sind seine Stärke. Von vielen Mythen, desen Thema Ganesha ist, am meisten liebe ich den Mythos über seine Weisheit, Genialität und Einfallsreichtum. 

 

In der Erzählung  geht es darum, wie Shiva und Parvati – Ganeshas Mama und Papa, beide sehr wichtige Götter im Hinduismus, die das Universum erschafft haben –  ihre Kinder Ganesha und Karttikeya zu einem Wettbewerb aufforderten. Der Sieger sollte, nach einigen Quellen, als erster heiraten. Anderen Quellen zu Folge ging es doch um eine Frucht als Belohnung.

Die Aufgabe war es, die ganze Welt als erster zu umrunden. Kartikeya nahm seinen Pfau und umrundete die Welt in einem Tag. Der Ganesha dagegen umrundete seine Eltern dreimal zu Fuß mit der Erklärung, dass sie das Universum hergestellt haben und logischerweise dadurch auch die ganze Welt darstellten. Beeindruckt von seiner Scharfsinn erklärten sie Ganesha zum Sieger des Wettbewerbs.

Der Mythos erinnert mich an das Maschinenbauingenieur-Mantra, die von meiner sehr guten Freundin Vera, die Autorin von Knjigofilija, stammt. Dieses Mantra besagt: immer den kurzesten Weg zwischen A und B finden, der mit wenigsten Energie- und Resourcenverbrauch zu schaffen ist.

Hat vieles gemeinsames mit Ganesha und konnte locker ein MINIMAL YOGA Mantra sein.

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