Meine Suche nach MINIMAL YOGA

Fragen bestimmen die Richtung meines Lebens, denn ich bin immer auf der Suche nach Antworten. Hier erzähle ich kurz über die Fragen, meine Suche nach MINIMAL YOGA® und die Antworten die ich gefunden habe.

Wie baue ich meine innere Unruhe ab?

Das war die Ausgangsfrage, die mich Anfang 2013 beschäftigte, genau zu dem Zeitpunkt startet meine Suche:

Meine Geisteshaltung ist nicht in bester Verfassung. Ich bin weit entfernt von meiner Komfort-Zone. Ein Schwuler Mann in einer eher konservativen Umgebung. Nicht mehr der Jüngste, aber unter viel jüngeren, und in einer fremden Umgebung. Überarbeitet! Ohne Freunde und Familie um mich herum. Das Schlimmste daran, es gibt keinen üblichen Verdächtigen, um die Lage bequem durch Schuldzuweisung lösen zu können. Schlimm, oder?

Damit das Problem nicht alleine bleibt, fang ich an körperliche Schmerzen zu fühlen: mal Rücken, mal Nacken, mal Becken. Wahrscheinlich sind sie genau deshalb da. Also gleichzeitig eine zweite Frage:

Was tue ich gegen Schmerzen in meinem Körper ?

Zu dem Zeitpunkt forsche ich an der Uni und sitze viel. Langsam aber sicher merke ich: so frei und leicht bewegen wie früher geht nicht. Ich fühle mich dementsprechend eingeschränkt, als ob mein Körper schreien würde: Beweg dich!

In meinem vorherigen Leben war ich – und das gebe ich gerne zu -nie besonders sportlich. Eher ein Bücherwurm. Mit dem Joggen habe ich mich eine Weile herum geschlagen, war gut, aber habe das rechte Knie durch falsche Technik „kaputt gelaufen“ und die Idee letztendlich aufgegeben. Gewichte heben ist nichts für mich. Dazu noch von einem Trainer gepeitscht zu werden? Also, wirklich! Nein danke! Step-Aerobic mit dem kaputten Knie? Nein, das geht auch nicht… 

Suche nach MINIMAL YOGA

Der Zufall wollte es, dass ich zu Yoga komme.

Meine erste Erfahrung mit Yoga gleicht ungefähr einer Offenbarung. Es passierte in einem Fitnessstudio in Ilmenau. Mit Yoga – und nicht mit der Wurst – mitten in Thüringen, finge ich an Antworten zu finden!!!

Meine erste Lehrerin war Ina und sie unterrichtete den klassischen Hatha-Yoga Stil. Ich erinnere mich immer noch daran, wie leicht und stresslos, sowie neugierig und eifrig nach mehr ich mich nach der ersten Yogastunde gefühlt habe, auch Schmerzen waren dadurch vermindert. In dem Moment war es mir klar wo ich die Antworten auf meine Fragen finden kann! Da änderte sich mein Interesse und die tatsächliche Suche nach MINIMAL YOGA® hat begonnen. Das begreife ich natürlich erst viel später.

Als nächstes ging ich zu Teodora. Teodora pflegt einen kreativen und gleichzeitig sachkundigen Stil mit viel Improvisationen, die auf Biomechanik und funktionellem Training basieren. Damals schrieb sie ihre Doktorarbeit über die Biomechanik der Wirbelsäule.

Ana – eine Schulfreundin aus Serbien würzte aus der Ferne mit ein bisschen Iyengar. Noch wichtiger: sie stellte mir Bryan Kest und sein Power YogaTM vor. Sein Ansatz spielt immer noch eine bedeutende Rolle in meinem Zugang zum Yoga. Das weitere experimentieren mit anderen Richtungen und Stilen kommt mir anschließend irgendwie natürlich vor. 

Parallel dazu habe ich über Yoga sehr viel gelesen, sowohl wissenschaftlich als auch populäre Literatur. Yoga war sogar das Thema meiner Masterarbeit. Zeitgleich schloss ich meine Yogalehrerausbildung in Berlin ab. Bis kurz vor dem Abschluss der Ausbildung habe ich nicht geplant Yogalehrer zu werden. 

Gleich nach dem Ende der Ausbildung eröffnete ich mein eigenes Yogastudio in Wilmersdorf in Berlin unter dem Namen „Yoga mit M“. Das passierte in unserer Wohnung, wo auch für eine Kurze Zeit am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts die berühmte Mata Hari gewohnt hat. Kurz danach begann ich auch in der Praxis Kley, etwa 500 Meter von der Wohnung entfernt, in der Motzstraße 64 zu unterrichten. Da unterrichte ich immer noch. Das mit der Wohnung war nicht unbedingt die glücklichste Lösung, denn ich wollte eigentlich nicht in einem Aschram leben.

Suche nach MINIMAL YOGA

Eine lange Reihe von Aus- und Weiterbildungen in den benachbarten Disziplinen und Bereichen des funktionellen Trainings, der Tai Chi und Qi Gong sowie der verschiedenen Körper-, Entspannungstechniken und -verfahren, Meditationsformen, Resilienztrainings, Seminare, Literatur, Filme, Videos usw. liegen inzwischen hinter mir… 

Bis ich in einem Moment merkte, dass ich genug Wissen angehäuft habe und vor einem wichtigen Ereignis stehe: Die Gründung meines eigenen Stils! Ich glaube ungefähr so hat sich Archimedes gefühlt als er nackt durch die Stadt gelaufen und HEUREKA! gerufen hat. 

Und voilà: Suche nach MINIMAL YOGA endet

Und so endete meine Suche nach MINIMAL YOGA. Anders gesagt so entstand MINIMAL YOGA am 1. April 2018. nach folgendem Prinzip:

Ich nehme das Beste aus allem was ich bis dem Moment gelernt, geforscht, gelesen und probiert habe. Dann befreie ich es von veralteten, spekulativen und überflüssigen Dingen bzw. reduziere es auf das Wesentliche. Anschließend verfeinere ich das Ganze und verbinde es in die einfache und klare Struktur des MINIMAL YOGA.

Und das mache ich nicht alleine. Die Grundlagen habe ich zwar gelegt, aber Marica und Ana, beide erfahrene Yogalehrerinnen, bilden das Kernteam und arbeiten aktiv an der Gestaltung von MINIMAL YOGA. Über: wer ist MINIMAL YOGA? habe ich hier auch geschrieben.

Da wir alle MINIMAL YOGA als Prozess definieren, bleiben Fragen und Suche nach Antworten feste Bestandteile unserer Disziplin. Für diesen Weg gibt es, in unserer Lebenswelt, keine Alternative. So ist aus einem inneren Impuls heraus meine Suche zu unserer Suche nach MINIMAL YOGA geworden.

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