Kaffee-Entzug – eine Woche Tagebuch

Der Kaffee-Entzug ist wie angekündigt, nur meine Erfahrung. Ich teile diese Erfahrung hier gerne mit dir, denn ich denke es lohnt sich mit dem Kaffeekonsum – mindestens für eine gewisse Zeit – aufzuhören!

Für den Schritt habe ich mich aus reiner Neugier entschieden. Es steht dahinter kein besonderer religiöser, philosophischer oder welcher auch immer Grund außer: ich will es probieren. Über Nutzen und Vorteile des Verzichts schreibe ich am Ende des Artikels. 

Da, dass einige wichtige Dinge in meinem Leben am 1. April passiert sind, habe ich das Datum ausgesucht. Am Ende, falls es nicht klappt, kann ich dich „April, April!“ rufen und sagen, dass das doch ein Aprilscherz war.

Also…

Am Sonntag, den 31. März, traf ich die Entscheidung: am Montag höre ich mit dem Kaffeetrinken auf.  Eigentlich wollte ich am Montag mit Heilfasten anfangen, habe jedoch Angst bekommen und die Idee bereits bis 9 Uhr morgens aufgegeben. Da ich aber seit dem 1. März Süßigkeiten nur an Wochenenden esse – und viel wasser tagsüber trinke – dachte ich mir:

Du hast es mit Zucker geschafft! Du wirst auch das Ganze mit dem Kaffee-Entzug, Schritt für Schritt schaffen. Und wenn nicht, auch ok, denn du kannst den Versuch immer wiederholen.

Ich fing dann doch nicht mit Heilfasten, sondern nur mit dem „normalen“ Fasten an. Zeitgenössisch heißt das veganes Essen. Den Druck das Ganze machen zu müssen, habe ich dadurch weg geschafft. Auch diese Entscheidung kam auch reiner Neugier. Gesagt, getan!

Kaffee-Entzug
G

Meine Erfahrung in kurzen Notizen

Ich erzähle hier, in kurzen Notizen und in Form eines Journals, wie diese sieben Tage aussehen. Berichtet wird Tag für Tag. Zunächts stelle ich den Plan für den kommenden Tag vor und berichte anschließend täglich was ich mache bzw. ob und wie ich den Kaffee-Entzug spüre.

Was ich geschaft habe wird mit grünem „„markiert, was nicht mit einem roten „. Interessante und nützliche Zusätzinformationen und Randbemerkungen – falls vorhanden – füge ich nachträglich dazu. 

Mögen die Kaffee-Entzug-Spiele beginnen!

Montag 1. April. Kaffee-Entzug Tag 1. Bewegung ist gut gegen Kopfschmerzen.

  • Trink‘ morgens als erstes mindestens 3 dl Wasser, 
  • Statt Kaffee trinke eine Tasse Kamillentee, um etwas warmes zu sich zu nehmen.
  • über den Tag viel Wasser trinken (seitdem ich mein Zuckerkonsum reduziert habe, tue ich das sowieso).
  • Nachmittag ca. 1-2 Tassen schwarzen Tee.  

Nachträglich hinzugefügt: 

  • Ich habe eine große Packung Ostfriesen Teefix gekauft. Mit der Teekultur kenne ich mich (noch!) nicht gut aus, was mich dazu bewegt mehr über Tee zu lesen und schreiben.
  • leichte Müdigkeit sowie leichte Kopfschmerzen begleiten mich über den ganzen Nachmittag.
  • Ich sollte mich definitiv mehr bewegen, denn beim Bewegen verschwinden meine Kompfschmerzen. Im meinem Fall heißt das: Spaziergänge draußen und MINIMAL YOGA im Studio. 

Dienstag 2. April. Kaffee-Entzug Tag 2. „Der zweite Tag ist der Schlimmste!“

  • Vormittag 1-2 Tassen schwarzen Tee.   
  • über den Tag viel Wasser trinken.  
  • Mittagessen & Abendessen vorbereiten  
  • Ca. 1 Liter Ingewertee trinken  
  • Sich mehr bewegen!  

Nachträglich hinzugefügt: 

  • das Müdigkeitsgefühl ist heute stärker als gestern. Fühlt sich fast als eine starke Erschöpfung an.
  • ich kann mich nicht gut konzentrieren und bin gereizt.
  • Kopfschmerzen sind heute stärker als gestern und ich nehme später ein Schmerzmittel.
  • Ich habe das Gefühl, dass mein Kopf glüht und Wärme strahlt
  • Um 21:00 bin ich schon im Bett. Tot müde! 
  • Hinter mir ist, auch laut meinem Handy, ein Tag mit viel Bewegung

„Der zweiten Tag ist der schlimmste!“ hat mir eine Freundin gesagt und es ist tatsächlich so. Ohne Kaffee bin ich sehr müde, ohne Antrieb und mit Kopfschmerzen.

Darüber habe ich mich schlau gemacht und folgendes erfahren: der Kaffee bzw. das Koffein blockiert die Adenosin-Moleküle1! Adenosin ist ein fester Bestandteil der Energiebahnen in unserem Körper sowie ein Neuromodulator (eine beruhigende, natürliche Droge unseres Körpers). Koffein täuscht unserem Gehirn Aktivität und Energie vor, blockiert dadurch Adonisinrezeptoren und versetzt den Körper in einen ständigen Stresszustand. Um dagegen zu kämpfen, produziert unser Körper mehr Adenosin. Wenn wir mit Kaffee aufhören, wird unser Gehirn mit Adenosin geflutet, die Blutgefäße weiten sich bzw. Blutdruck sinkt und die Herzfrequenz verringert sich. Dies weiderum führt zur Müdigkeit und zu Kopfschmerzen.

Angeblich sollte man auch mit Heißhungerattacken rechnen. Bei mir ist das nicht der Fall. Vielleicht weil ich schon im voraus mein Zuckerkonsum reduziert habe? Vielleicht für alle Fälle etwas mehr Obst und Gemüse dabei haben.

Mittwoch 3. April. Kaffee-Entzug Tag 3. Energiestoß

Über die Nacht war ich dreimal Wach. Trotztdem fühle ich mich gut ausgeschlafen und überhaupt nicht müde. Ganz im Gegenteil: Ich fühle einen Energiestoß. 

  • Morgen: 1-2 Tassen schwarzen Tee statt Kaffe
  • viel Wasser trinken über den Tag.
  • viel Bewegen √   

Nachträglich hinzugefügt: 

Leichte Müdigkeit über den Nachmittag sowie leichte Kopfschmerzen, aber nur für kurze Zeit.

Mehr Wasser gestern würde mich nicht umbringen. Dafür aber, war ich viel zu Fuß unterwegs. Ich keine Zeit vegan zu kochen und musste improvisieren. Morgen nehme ich mir definitiv die Zeit dafür.

Donnerstag 4. April. Kaffee-Entzug Tag 4. Der Frühling ist da!

Die Vorhaben sind mehr oder weniger gleich: 

  • weiter mit Kaffee-Entzug
  • + Fasten bzw. veganes Essen 
  • viel Wasser trinken
  • viel Bewegung und wenn es geht lange draußen bleiben

Wir haben den 4. April heute. Alles Blüht. Die Sonne scheint. Der Frühling ist endlich auch in Berlin eingekehrt.

Draußen sein und Sonne auftanken, hilft mir beim Kaffee-Entzug!

Viel Sonne hilft beim Kaffee-Entzug
Draußen bleiben hilft beim Kaffee-Entzug

Nachträglich hinzugefügt:

Mehr als sind 15ooo Schritte hinter mir! 

Für Abendessen gefühlte Paprika und Obergine gemacht. Oben habe ich bereits erwähnt, dass ich auch über mein Fasten bzw. Veganes Essen kurz berichte. Übrigens, heute habe ich nur eine Tasse schwarzen Tee getrunken. Morgen versuche ich ohne. Wir werden sehen. 

Achja! Ich muss mich darüber schlau machen wie lange man schwarzen Tee ziehen lassen darf. Bis jetzt habe ich total wiedersprüchliche Informationen gefunden. Einige sagen maximal 2 Minuten, andere dagegen mindestens 5. Sobald ich es herausgefunden habe, schreibe ich was kurzes darüber. Bis dem Moment verfolge ich die empholene Ziehezeit auf der Box und das ist 2-5 Minuten. 

Freitag 5. April. Kaffee-Entzug Tag 5. Sorgen sind nur Gedanken!

Der Plan:

  • viel Wasser trinken
  • Kamillentee statt Schwarztee
  • weiter Fasten
  • sich viel bewegen

Wie überraschend, oder ;)?

Für meine jetzige Verhältnisse spät eingeschlafen. So gegen 23:00. Jedoch gut geschlafen und bereits um 06:15 wach. Ohne Wecker. 

Nachträglich hinzugefügt:

Der Tag ist super gelaufen. Dennoch, mache ich mir Gedanken darüber, wie es morgen aussehen wird. Ich denke, dass könnte die erste mentale bzw. gedankenbedingte Krise sein. Starke körperliche Reaktionen gibt es seit Mittwoch nicht.

Es ist sinnlos sich im Voraus zu sorgen! Sorgen sind nur Gedanken. Ich werde es sowieso erst morgen erfahren. Stattdessen entscheide ich mich spontan über was Süßes morgen zu freuen. Etwas mit Ahornsyrup.

Das mit dem im Voraus freuen, ist auch nicht die beste Lösung, aber es hilft um die Gedanken zu lenken.   

Samstag 6. April. Kaffee-Entzug Tag 6. Božo Vrećo war in Berlin

Vorhaben:

  • viel Wasser trinken
  • Kamillentee statt Schwarztee
  • weiter Fasten
  • sich viel bewegen √ 
  • etwas süßes mit Ahornsirup

Aus welchem Grund auch immer habe ich mir gestern Gedanken darüber gemacht ob ich es heute schaffe, oder nicht. Heute bin ich total entspannt.

Inzwischen habe ich offensichtlich eine Zuneigung zum Schwarzentee entwickelt… wie es anhand der roten Linien zu sehen ist :). Um es nicht wieder zu vergessen, mache ich hier noch einmal den Hinweis: 

Mach‘ Dir keine Sorge im Voraus, es ist sinnlos!

Ich trinke viel Wasser tagsüber. Es tut mir sehr gut. Dennoch fange ich ab morgen an mit anderen Teesorten zu experimetnieren und sie mit gepressten Zitronen oder Orangen, oder was ähnliches, zu kombinieren.

Heute Abend gibt Božo Vrećo sein erstes Konzert in der Passionskirche in Kreuzberg. Unbedingt ansehen. 

Sonntag 7. April. Kaffee-Entzug Tag 7.

Das Konzert war wunderschön. Ich habe kein Lieblingslied, denn ich mag alle seine Lieder. Das war das erste was ich von ihm gehört und mich sofort in seine Kunst verliebt habe.

Heute bin ich mit leichten Kopfschmerzen aufgewacht. Ich bin mir nicht sicher ob dies wegen leichter Erkältung oder Zuckerkonsum von gestern der Fall ist. Erst spät merkte ich, dass die vegane Sprühsane, die ich gekauft habe Zucker enthält. Ich stehe nämlich kurz vor der Entscheidung auch mit dem Zucker komplett aufzuhören. Gerade aber realisiere ich, dass ich spinne. Es kann nicht vom Zucker sein. Ich bin einfach erkältet. 

Vorhaben:

  • viel Wasser bzw. viel Flüssigkeit trinken
  • Kamillentee statt Schwarztee
  • weiter Fasten
  • sich viel bewegen
  • etwas süßes mit Ahornsirup 

Es ist Sonntagmorgen und ich begreife gerade, dass der Kaffee-Entzug bzw. die Symptome bereits am Donnerstag zu Ende waren. Donnerstag war der letzte Tag an dem ich diese bestimmte Art von leichter Müdigkeit und entzugbedingte Kopfschmerzen gefühlt habe. 

Es wäre allerdings fair zu erwähnen, dass ich zu diesem Jahreszeit an der sognennten Frühlingsmüdigkeit leide. Und, dass ich offensichtlich eine Erkältung über längere Zeit mitschleppe. Da ich zeitgleich mit dem Fleischkonsum afgehört habe, sagt meine Ärztin, dass die Erkältung wohl auch mit der Ernährungsumstellung verbunden ist. Die Menge an Antibiotika in meinem Körper dürfte sich damit wesentlich verringern. Die Erkältung wäre eine natürliche Reaktion des sich säubernden Körpers.

Ab nächste Woche versuche ich auch mit Schwarzentee aufzuhören. Um aus dem Kaffee-Entzug den totalen Koffein-Entzug durchzuführen.

Nutzen und Vorteile

Endergebnis in einem Satz: Kaffee-Entzug lohnt sich!

Nach NUR zwei bis vier Tage Entzugserscheinungen, folgendes kann ich euch sagen: 

  • Ich schlafe besser und bin schneller und leichter wach.
  • Ich fühle keine Müdigkeit, außer wenn ich tatsächlich müde bin.
  • Teetrinken ist viel bunter und abwechslungsreicher.
  • Ich bin weniger nervös und mehr ausgeglichen
  • Meine Zahnärztin empfehlt es, wegen Zahnverferbungenweniger Kaffee zu trinken.

Unbedingt zu empfehlen:

Jedes mal wenn du eine Tasse Kaffee haben möchtest…

  • … trink eine Tasse Tee! Es ist warm und ersetzt das bereits bestehende Ritual der Kaffee-Vorbereitung.
  • … trink ein Glas Wasser. Trink viel Wasser über den Tag. Falls es langweilig wird presst eine Zitrone oder Orange rein.
  • … bewege dich viel, egal in welcher Form. Es hilft enorm.

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  1. Weiter über Adenosin auf Wikipedia
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